BCDSS
Bonn Center for Dependency and Slavery Studies
Im Rahmen der ersten Förderphase (2019-2025) hat das BCDSS erfolgreich das Konzept der starken asymmetrischen Abhängigkeiten (Strong Asymmetrical Dependencies, SADs) auf eine Vielzahl von Fallstudien zu verschiedenen Zeiträumen und Regionen der Welt angewendet. Das Konzept der SADs ermöglichte dabei einen umfassenden analytischen Rahmen, um zu verstehen, wie Ausbeutung und Ungleichheit Gesellschaften auf der ganzen Welt historisch geprägt haben.
In der zweiten Förderphase (2026–2032) wird das BCDSS die zugrunde liegenden Ursachen und Mechanismen untersuchen, die zum dauerhaften Fortbestehen starker asymmetrischer Abhängigkeiten in historischen und zeitgenössischen Kontexten beitragen. Vor dem Hintergrund der heutigen globalen Herausforderungen – wie Zwangsmigration, sozioökonomische Ungleichheit und Ausbeutung der Umwelt – bietet diese Forschung wichtige Einblicke in die bleibenden Spuren und Kontinuitäten von Abhängigkeiten.
Bis 2032 ist es das Ziel, die historisch fundierte Abhängigkeitsforschung (Historically Informed Dependency Studies) als wichtiges interdisziplinäres Feld in den Geisteswissenschaften zu verankern und Wissenschaftler*innen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften zu ermutigen, die Analyse von SADs systematisch in die Untersuchung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Phänomene zu integrieren.
Fünf neue Forschungsbereiche werden zum Verständnis beitragen, warum und wie SADs weltweit und über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleiben. Diese neuen Forschungsbereiche haben folgende Schwerpunkte:
- Übergänge und Transformationen
- Ökonomien starker asymmetrischer Abhängigkeiten
- Macht – Gewalt – Trauma
- Kulturelles Erbe – Transitional Justice – Erinnerungskulturen
- Alternative Archive – Selbstzeugnisforschung
Die innerhalb der ersten Förderphase aufgebaute und weltweit einzigartige Infrastruktur schafft ideale Bedingungen für Forschung und Lehre im Bereich der „Historically Informed Dependency Studies“. In den nächsten sieben Jahren wird der Cluster auf dem bereits eingeschlagenen Weg konsequent weiter voranschreiten und vor allem über BA- und MA-Programme, ein Promotions- und ein PostDoc-Programm eine neue Generation von Forscher*innen auf diesem Gebiet ausbilden. Das methodische und theoretische Repertoire, die historische Tiefe und geografische Breite sowie die globale Perspektive der Forschung am Cluster bieten dafür ein einzigartiges Umfeld.
Die Forschungsgemeinschaft besteht des Weiteren aus Clusterprofessuren, die durch die Gruppe von PIs aus fünf am Cluster beteiligten Fakultäten ergänzt wird.
Verschiedene Fellowshipprogramme ermöglichen es Wissenschaftler*innen verschiedener Statusgruppen aus der ganzen Welt nach Bonn zu kommen, um ihrer Forschung zu SADs in einem interdisziplinären Umfeld für eine Dauer von bis zu einem Jahr nachzugehen.
Die enge Zusammenarbeit mit relevanten Institutionen nicht nur in Europa und der anglo-amerikanischen Welt, sondern ebenso in Afrika, Lateinamerika und Asien führte bereits zur Etablierung eines internationalen Netzwerks von 24 miteinander kooperierenden Universitäten und Forschungseinrichtungen, das weiter ausgebaut und untereinander vernetzt werden soll.
Neben diesem globalen Netzwerk und Lehre tragen Publikationen und das angegliederte Bonn Center for Digital Humanities die Ergebnisse des Clusters in die Akademia, eine intensive PR Strategie trägt die Erkenntnisse in breite Öffentlichkeit.
Das übergreifende Forschungsthema des BCDSS trägt zu einem verstärkten Bewusstsein für die Bedeutung von Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion bei, eine Verantwortung, der das BCDSS mit einem eigens entwickelten Rahmenwerk für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion nachkommt.
Beteiligte Institution:
- Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC) gGmbH
- German Institute of Development and Sustainability (IDOS)
- Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie
- Rautenstrauch-Joest-Museum – Museum für Völkerkunde
- Ruhr-Universität Bochum
Podcast zum Exzellenzcluster
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