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Collective Behaviour

Ein Vogelschwarm über einem Baum
(© MaxCine / C. Ziegler)
Kegel
Exzellenzcluster

Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour

Das Verhalten von Kollektiven ist fesselnd und faszinierend zugleich. Aber wie genau kommt es zu den komplexen Choreographien von Vogelschwärmen, der Arbeitsteilung in Insektenstaaten oder der Entstehung menschlicher Trends und Moden?

Unser erklärtes Ziel ist, kollektive Phänomene mit theoretisch motivierten und hochgradig quantitativen Ansätzen zu untersuchen und so eine weltweit sichtbare Einrichtung von größter Anziehungskraft zu schaffen.

Die datenunterstützte Untersuchung kollektiven Verhaltens erfordert die Betrachtung dynamischer, voneinander abhängiger Rückkopplungsprozesse über mehrere Komplexitätsstufen hinweg. Gleichzeitig sind individuelle Unterschiede in Handlungen, Eigenschaften und Zuständen sowie veränderliche Bedingungen der physischen und sozialen Umwelt zu berücksichtigen. Indem wir Wissen aus Biologie, Sozialpsychologie, Verhaltensökonomie, Physik und Informatik vereinen, entwickeln wir experimentelle Ansätze, um hochgradig komplexen Phänomenen systematisch nachzugehen. Die Synergieeffekte zeigen sich hierbei nicht nur in neuen Ansätzen der Kollektivverhaltensforschung, sondern auch die beteiligten Fachgebiete bereichern. Modernste Möglichkeiten der Bildanalyse und Objektverfolgung, wie sie das weltraumgestützte ICARUS-System und ein einzigartig ausgerüsteter Forschungsneubau bieten, ermöglichen uns detaillierte Feldbeobachtungen genauso wie kontrollierte Experimente in virtuellen Umgebungen. Wir betreiben damit Grundlagenforschung über ein breites Spektrum an Lebewesen und Komplexitätsstufen hinweg , von Insekten bis zum Menschen und von neuronalen Mechanismen über individuelle Perzeption und Präferenzen bis zu kollektiven Merkmalen kleiner Gruppen und ganzer Gesellschaften.

Das Verständnis oder gar die Beeinflussung kollektiven Verhaltens versprechen Fortschritt bei zahlreichen Fragestellungen in Naturwissenschaft, Technik und Gesellschaft. Der Einfluss unserer evidenzbasierten Forschung wird von den Grundlagen bis hin zu Anwendungen reichen. Beispiele sind Schwärme von Schädlingen wie Wanderheuschrecken oder Krankheitsüberträger wie Fledermäuse (Ebola) und Wandervögel (Vogelgrippe), Spekulationsblasen, Anreizsysteme für wünschenswertes Verhalten und die dezentrale Steuerung von Robotern sowie von autonomen Drohnen. Darüber hinaus wird es uns wegen der oft mitreißenden Dynamik und visuellen Schönheit des Schwarmverhaltens leicht fallen, Studierende und die Öffentlichkeit für die Wissenschaft zu interessieren, die hinter den komplexen Mustern interagierender Individuen steckt.