Leipzig Centrum für Metabolismus (LeiCeM)
Leipzig Centrum für Metabolismus – Stoffwechselgesundheit verstehen und verbessern
Üblicherweise werden individuelle Ursachen wie genetische Faktoren, einschließlich unseres evolutionären Hintergrundes, frühkindliche Prägung, die Rolle von Geschlecht und Übergangsphasen (Pubertät, Menopause), epigenetische Veränderungen oder Aspekte der psychischen Gesundheit nicht berücksichtigt. Anders als in vielen Studien wird LeiCeM individuelle Pathologien in die Entwicklung neuer Therapien einbeziehen. Es wird eine wissenschaftliche Plattform, um individuelle Veranlagung gemeinsam mit molekularer Pathophysiologie und metabolischen Trajektorien zu verstehen, und wie sie durch unseren Lebensstil beschleunigt zu Krankheiten führen.
Durch Integration phänotypischer und „Omics“- Daten werden wir personalisierte, auf Scores basierte Präzisionsindikatoren für Fettgewebe, Leber, Herzkreislauf und Hirn/Psyche („Organ Health Concept“) entwickeln, um Therapieerfolge besser vorherzusagen, zu überwachen und individuell zu evaluieren. Daraus werden subgruppenspezifische Interventionsstudien mit Fokus auf „Response“-Wahrscheinlichkeiten konzipiert. Es werden klassische Interventionen (Medikamente, Chirurgie, Verhalten, Bewegung) und neuartige Therapien (personalisierte Ernährungsinterventionen, Mikrobiom-Transfer oder personalisierte Zelltherapie) untersucht. Ziel ist es, Prädiktoren für spezifische Therapieerfolge in definierten Subgruppen zu finden (z.B. aus zirkulierenden Markern, Biomaterial aller Art, Verhaltensmerkmalen, Bilddaten). Besonderes Interesse gilt Geschlecht/Gender als hochrelevantem Einflussfaktor für Behandlungseffekte bei Stoffwechselerkrankungen.
Strukturell werden sechs neue Professuren entstehen, ein Qualifizierungsprogramm mit neuartigen Angeboten für Medizinstudierende und Medical Scientists mit Schwerpunkt Datenanalyse, eine Weiterentwicklung des DFG-finanzierten Clinician Scientist Programm und einer School of Public Health. Die LeiCeM Clinical Trials Unit und das LeiCeM Data Center werden auf etablierten Strukturen (LIFE, Clinical Trial Center, Early Clinical Trials Unit, ScaDS.AI), Kohorten und Biobanken mit stetigem Probeneingang aufbauen und die etablierten Leipziger Phänotypisierungsexpertise (metabolisch, kardiovaskulär, neuroimaging-gestützt, psychometrisch) erweitern. Die damit entstehende Breite und Tiefe an Expertise stellt genügend kritische Masse dar, um das Thema – auch im internationalen Vergleich – voranzubringen. Nach jahrzehntelanger Forschung für Millionen PatientInnen mit MetS bietet LeiCeM eine einmalige Chance, die Stoffwechselmedizin der Zukunft neu zu gestalten. LeiCeM vereint einen umfassenden Verbund von ForscherInnen mit international sichtbarer klinischer und wissenschaftlicher Exzellenz.
Beteiligte Institutionen:
- Ben-Gurion University of the Negev
- Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI)
- Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
- Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
- Herzzentrum Leipzig GmbH – Universitätsklinik
- Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA)
- Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften